Erhaltung &
Denkmalschutz

Stadtpfarrkirche
Linz/Österreich

Konzept zur Erhaltung des alten Pfeifenbestandes - und Verwendung des unter Denkmalschutz stehenden Gehäuses von 1953

Das historische Pfeifenwerk von Moser läßt noch die Orientierung am Klang von Orgeln der Barockzeit, aber auch Klangvorstellungen des französischen Orgelbaus erkennen. Kamen doch die Mosers aus Fribourg, der französischen Schweiz und hatten in Straßburg bei den Silbermanns gelernt.



Nach unserem Konzept sollte das alte Pfeifenwerk restauriert und die ehemalige Disposition von 1852 von Moser, die Bruckner drei Jahre später als Organist zur Verfügung hatte, in ihrem Kern wieder hergestellt, aber im heutigen Sinne ergänzt werden. Die Moser-Pfeifen sind in der Bauweise gebaut, wie wir unsere Pfeifen auch bauen: dünnwandig, mit der Hand abgezogen .... und damit auch in der Klangvorstellung ähnlich. Mit unseren klanglichen Ergänzungen schließen wir recht nahtlos an das Vorhandene an.

Auch beim Bau der Zungenregister ist die klangliche Herkunft Mosers erkennbar. Im Sinne der beginnenden Romantik versuchte er eigene Wege zu gehen; konnte aber den Zungenbau technisch nicht so umsetzen, wie kurze Zeit später, zum Beispiel Cavaille-Coll oder Walcker, die klanglich und technisch genial die klassischen Zungenregister weiter entwickelten und zu einer neuen Meisterschaft brachten. Schon Hechenberger hatte alle Zungenregister aus der Moser-Orgel genommen und seine eigenen Stimmen gebaut, die Posaune aus dieser Zeit ist noch erhalten. Die fehlenden und die neuen Zungenstimmen haben wir in unterschiedlicher Bauweisen eingefügt.

Die Arbeit der Hechenberger von 1879 hat sich vor allem in den Registern das Pedals erhalten. Erweitert auf 3 Manuale und den vollen Tonumfang im Pedal bis d1 stand das umgebaute Werk ganz im Zeichen eines neuen Orgeltyps. Die Moserschen Pfeifen blieben in den Manualen, notwendige Korekturen wurden sparsam und an den entscheidenden Stellen gekonnt ausgeführt.


....das Überkommende sinnvoll zusammengefaßt und ergänzt, damit die erhaltenen Register aus der Brucknerzeit der Nachwelt in ihrer Weise erlebbar bleiben....



Ein historischer Aufstellungsplatz, ein unter Denkmalschutz stehendes Gehäuse aus den 50er Jahren und Pfeifen, die höchst ergreifende Musik gemacht haben

- über Bruckner wird in Linz gesagt, daß besonders sein Orgelspiel die Menschen ergriffen hat

- es waren die Ausgangspunkte für die jetzige Orgel der Stadtpfarrkirche.


Es brauchte Ergänzungen, ein neues Ganzes, eine neue Harmonie, damit das Historische im Einklang mit dem Neuen in die Zukunft wirken kann.